Intelligenztest
DIAGNOSTIK HOCHBEGABUNG

 Ein wichtiges Hilfsmittel zur Festlegung der intellektuellen Begabung

Als ein wichtiges Hilfsmittel zur Feststellung einer Hochbegabung (= Hochbegabung-(s)-Diagnostik) hat sich der Intelligenztest erwiesen. Dieser IQ-Test sollte von erfahrenen Psychologen oder Pädagogen durchgeführt werden. Hilfreich für Eltern ist es, stets das Begabungsprofil sowie eine schriftliche Ausformulierung zu erhalten. Gängige Testverfahren sind der AID, HAWIK und der K-ABC. Die Kosten für einen Test sowie die Terminvergabe sind je nach Institution sehr  unterschiedlich.

Von einer normalen, durchschnittlichen Intelligenz spricht man, wenn ein Intelligenzwert von 100 bzw. ein Prozentrang von 50 erreicht wird. Von einer überdurchschnittlichen Intelligenz spricht man ab einem IQ-Wert von ca. 115 oder besser Prozentrang 85. Als hochbegabt wird ein Kind bezeichnet, dass einen IQ-Wert von 130 und mehr erreicht bzw. ab Prozentrang 98. Dies bedeutet: 15 bzw. 2 Prozent der Kinder eines Jahrgangs erreichen diese hohen Werte. Förderungen sind ab IQ-Punkten 115 sinnvoll, da auch bereits die typischen Probleme der Hochbegabung ab diesem Wert sichtbar werden.

Der Intelligenztest wird i.d.R. im Auftrag der Eltern durchgeführt, um ein Begabungsprofil ihres Kindes zu erhalten. Hierzu einige Zahlen:

Das Geschlechterverhältnis der Testkinder beträgt etwa 3 (Jungen) : 1 (Mädchen). Da hochbegabte Mädchen sehr häufig ein völlig unterschiedliches und eher angepasstes Verhalten zeigen, lassen Eltern hier seltener ein Begabungsprofil erstellen. Sinnvollerweise sollten auch Geschwisterkinder getestet werden. Zum Beispiel ist es häufig so, dass eine herausragende überdurchschnittliche Intelligenz bei Mädchen erst dann festgestellt wird, wenn der Bruder sehr auffällig geworden ist. Unabhängig voneinander gaben verschiedene Testinstitutionen bei einer Umfrage an, dass  bei einem Verdacht auf Hochbegabung tatsächlich etwa 25% der Kinder laut Testergebnis hochbegabt sind.

C             l            2            3            4            5          6             7           8            9

   IQ 70          85          100         115          130
         1    30                   40                      50                     60                     70

     PR 2    7    16    31    50   69    84   93    98

       Abb.  Gaußsche Kurve der Intelligenzverteilung

 

   - Umrechnung verschiedener Testergebnisse im Vergleich

           - C-Werte und T-Werte sowie Intelligenzquotient und Prozentrang  

 

 

Was können Testergebnisse aussagen?

Die Ergebnisse in Intelligenztests sagen natürlich bei weitem noch nicht alles über ein Kind aus, aber sie geben zumindest relativ gesicherte Erkenntnisse über die Begabung. Die Höhe der Begabung kann wiederum in unterschiedlichen Werten ausgedrückt werden, so in einem Intelligenz­quotienten, C- oder T-Werten, Standardwerten oder Prozenträngen. Die Ergebnisse der einzelnen Tests lassen sich nicht unbedingt immer miteinander vergleichen und fallen gelegentlich auch unterschiedlich aus. Dies kann zum Beispiel an der verschiedenen Gewichtung einzelner Testanteile oder auch an unterschiedlichen Umrechnungsfaktoren liegen. Für eine gewisse Vergleichbarkeit in den Tests lässt sich wohl am besten der Prozentrang benutzen.

Quelle:

- Stapf, Aiga, Das Erkennen von Begabungen

- Leben mit hochbegabten Kindern - Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.V.,Berlin 1997,Seite 15

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