Glossar

Eine Auswahl von Stichwörtern, die häufig im Zusammenhang mit Hochbegabung verwendet werden


ADHS
Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, Merkmale: Störungen der Aufmerksamkeit mit Mangel an Ausdauer, unruhigem Verhalten, Impulsivität

ADS
Abkürzung für Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, Kind sehr ruhig und verträumt (Träumerle-Problematik)

AID
IQ-Test, Adaptives Intelligenz Diagnostikum

Akzeleration
Beschleunigung der Schulzeit durch vorzeitige Einschulung oder Überspringen einer Klasse, siehe auch Teilakzeleration

Allgemeine Entwicklung
Hierunter werden Bereiche der Entwicklung unabhängig vom IQ-Wert zusammengefasst wie z.B. Psychomotorik, sozial-emotionale Entwicklung, Fertigkeiten in der Sprache,...

Arbeitsgedächtnis
Das Arbeitsgedächtnis ist der Teil des menschlichen Gedächtnisses, der für die vorübergehende Speicherung, Verarbeitung sowie Veränderung erhaltener Informationen zuständig ist. Hier werden neue Informationen aufgenommen und auf ihre aktuelle Wichtigkeit hin überprüft und gefiltert.

auditiv
„mit den Ohren“, Angabe, wenn verstärkt Bereiche über das Hören angesprochen werden, z. B. Untertests im IQ-Test

Begabungsdiagnostik
siehe Diagnostik Hochbegabung

BIVA             
bildverarbeitender Intelligenztest

Begabungsschwerpunkte     
hohe Untertestwerte im IQ-Test-Profil (z.B. Sprache, Logik)

Bodeneffekt bei IQ-Tests
Aufgrund zu wenig leichter Items kann nicht genauer zwischen einer unterdurchschnittlichen und weit unterdurchschnittlichen Leistung differenziert werden.

Boreout
Gegenteil von Burnout, ständige Unterforderung, z.B. aufgrund einer falschen Berufswahl, eines unpassendes Arbeitsumfeldes mit fehlender Anerkennung; daraus möglicherweise resultierend Frustration, Langeweile und Lustlosigkeit

Boreout Paradoxon
Durch Lustlosigkeit und Desinteresse werden simple Aufgaben nicht dem hohen Leistungsvermögen entsprechend in exzellentem Maße erfüllt.

Deckeneffekt bei IQ-Tests
Aufgrund zu wenig schwieriger Items kann nicht genauer zwischen einer überdurchschnittlichen und weit überdurchschnittlichen Leistung differenziert werden.

Diagnostik Hochbegabung
sinnvollstes Hilfsmittel ist dazu der IQ-Test

Emotionale Kompetenz
übergeordnete Fähigkeit, von der es abhängt, wie gut Menschen ihre weiteren Fähigkeiten (auch Intelligenz) zu nutzen verstehen

Enrichment
intellektuelle Anreicherung über den "Regellernstoff/Schule" hinaus mit gleich befähigten Kindern durch zusätzliche Themen, Projekte oder Gruppen

EQ
emotionale Intelligenz, „Erfolgsintelligenz“

Erziehungsstile

  • Autoritärer Erziehungsstil

    Er zeichnet sich durch strenge Regeln und hohe Kontrolle durch den Erziehenden aus. Die hier angewandten Erziehungsmittel von Belohnung und „Bestrafung“ vermitteln häufig Sicherheit, aber es fehlt gelegentlich an Wärme und Verständnis. Studien belegen, dass sehr autoritär erzogene Kinder oft zu Aggressionen neigen und eine geringe soziale Kompetenz sowie ein niedriges Selbstwertgefühl haben.

  • Autoritativer Erziehungsstil

    Von einer autoritären Erziehung unterscheidet sich die autoritative Erziehung durch ein hohes Maß an emotionaler Wärme und Kommunikationsbereitschaft. Jedes Familienmitglied hat das Recht seine Meinung zu sagen. Altersgerecht werden Kinder bei Entscheidungen und Problemlösungen mit eingebunden. Klare und an den Entwicklungsstand des Kindes angepasste Familienregeln müssen jedoch eingehalten werden.

  • Laissez-faire-Erziehungsstil

    Bei diesem Erziehungsstil verhalten sich die Eltern dem Kind gegenüber eher passiv. Es wird wenig kontrolliert und soll frei von Zwängen und Grenzen aufwachsen. Dies bedeutet allerdings auch, dass die Kinder nicht lernen sich an Regeln zu halten. Dadurch haben sie später häufig Probleme sich in sozialen Situationen, wie etwa in den reglementierten schulischen Alltag anzupassen.

extrinsische Motivation
an die Ausführung der Handlung sind äußerliche Belohnungen geknüpft bzw. an die Nicht-Ausführung der Handlung sind Bestrafungen geknüpft; extrinsische Motivation kann durch Belohnungen gesteigert werden (siehe Motivation)

Feinmotorik
Fähigkeit, mit den Händen zu arbeiten

Flow
Glücksgefühl, das sich einstellt, wenn eine schwierige Aufgabe mit Anstrengung erfolgreich beendet wurde

Flynn-Effekt
Untersuchungen haben gezeigt, dass Intelligenztests, deren Normierung länger als 10 Jahre zurückliegt, die Leistungen der getesteten Personen zu hoch angeben.

GAI   
allgemeiner Fähigkeits-Index, AFI/GAI wird aus den Werten von Sprachverständnis und Logik im WISC (früher HAWIK IV) gebildet

Graphomotorik
Schriftbild

Grobmotorik
motorische Fähigkeiten des Körpers (Rollerfahren, Turnen, Klettern etc.)

Hochbegabung
intellektuelle Hochbegabung: hohe Ausprägung von Intelligenz; IQ-Test-Wert laut Normierung über 130 (im deutschsprachigen Raum); Häufigkeit: etwa 2 von 100 Kindern

Höchstbegabung
Testergebnisse über 145 IQ-Punktwerten (im deutschsprachigen Raum)

Hochleistung
Leistung, die in Quantität und/oder Qualität weit über der entsprechenden Vergleichsgruppe liegt: eine hohe Leistung in einem IQ-Test ist eine Hochbegabung; eine hohe Leistung kann auch in Schulfächern, Sport, Musik,...erbracht werden.

Hyperaktivität
siehe ADHS

Hyperakusis
Hyperakusis bedeutet eine Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen sämtlicher Frequenzen auf einem oder auf beiden Ohren. Die Grenze zur Geräuschempfindlichkeit oder genervten Wahrnehmung der Lärm- und Geräuschewelt ist dort überschritten, wo nicht nur einmalig oder kurzfristig, sondern anhaltend oder zunehmend häufiger die Empfindung des Nichtaushaltenkönnens im Bewusstsein andrängt und beklagt wird.

IDS
Intelligenz- und Entwicklungsskalen, Testverfahren seit 2010

Inklusive Pädagogik
"Inklusive Pädagogik ist ein pädagogischer Ansatz, dessen wesentliches Prinzip die Wertschätzung und Anerkennung von Diversität (=Vielfalt) in Bildung und Erziehung ist..." (Zitat aus Wikipedia)

Intelligenztest
überprüft die kognitive Intelligenz, psychologisches Messverfahren

Intelligenzwerte

  • unter 84 IQ-Test Punkte:
    unterdurchschnittliches Potential
  • 100 IQ-Test Punkte:
    Normalbegabung, genau der Altersnorm entsprechender IQ-Wert
  • 115 - 129 IQ-Test Punkte:
    überdurchschnittliche Intelligenz
  • ab 130 IQ-Test Punkte:
    laut Definition Hochbegabung
  • über 145 IQ-Test Punkte:
    Höchstbegabung

intrinsische Motivation
die Ausführung der Handlung ist aus sich heraus Belohnung genug (siehe Motivation)

Irrtumswahrscheinlichkeit
Die Irrtumswahrscheinlichkeit gibt an, in welchem IQ-Punkte-Bereich der tatsächliche IQ-Wert liegt. Eine Irrtumswahrscheinlichkeit von 5% besagt somit: Wird ein Test hundertmal angewandt, so ist höchstens in fünf Fällen damit zu rechnen, dass der wahre Wert außerhalb des berechneten Intervalls liegt. (Konfidenz- oder Vertrauensintervall)

IST
IQ-Testverfahren für junge Erwachsene

KABC (K-ABC)
Kaufmann ABC-Test, IQ-Testverfahren vorwiegend für den Bereich Kindergarten (häufiger Gebrauch einer Altversion)

Kognitive Förderung
Intellektuelle Förderung

Konfidenzintervall
siehe Irrtumswahrscheinlichkeit; bezeichnet den Bereich in dem der „wahre“ IQ-Wert liegt

latente Hochbegabung
Hochbegabung, die aus den verschiedensten Ursachen heraus nicht zur größtmöglichen Entfaltung gebracht werden kann

Legasthenie
Rechtschreibproblematik, die auch bei Hochbegabten zu 21 Prozent auftreten kann

Merkmale
Hochbegabte Kinder haben typische Verhaltensmerkmale im Bereich des Lernens und der sozialen Wahrnehmung.

Minderbegabung
Intelligenzwert liegt unter dem Durchschnitt der Altersgruppe

Minderleister, erwartungswidriger
siehe underachiever

Motivation
Unter Motivation versteht man die Bereitschaft, in einer konkreten Situation eine bestimmte Handlung mit einer bestimmten Intensität bzw. Dauerhaftigkeit auszuführen. Es wird damit der Beweggrund für eine bestimmte Verhaltensweise eines Menschen bezeichnet. Die Motivation ist entscheidend dafür, ob eine Handlung ausgeführt oder unterlassen wird. Entscheidend dabei ist, dass jemand ein Ziel vor Augen hat, sich anstrengt und ablenkungsfrei bei der Sache ist.

Normalverteilung
Verteilung der Intelligenz in der Bevölkerung, häufig in der Gauß’schen Kurve dargestellt

normal begabt
Intelligenzwert entspricht dem Durchschnitt der Bevölkerung

normiertes Testverfahren
Diese setzen die Kompetenzen eines Kindes mit denen anderer Kinder der gleichen Altersnorm in Beziehung. Die Tests müssen testmethodischen Gütekriterien genügen und aktuelle Normwerte (siehe auch Flynn-Effekt) aufweisen. Die Testverfahren sind den Intelligenzeinschätzungen durch Eltern und Lehrkräfte, selbst durch geschulte Diagnostiker, weit überlegen.

Overachiever
Normalbegabte, die aufgrund nicht kognitiver Persönlichkeitsmerkmale (wie Ehrgeiz) mehr leisten, als ihrem Intelligenzniveau entsprechend zu erwarten wäre

peer group
oft kurz als "peers" bezeichnet, Bezugsgruppe von Ähnlich-Altrigen, im IQ-Test Verfahren häufig die gleiche Altersgruppe auf 3 Monate genau

Prozentrang im IQ-Test
PR, guter Wert zum Vergleich der verschiedenen IQ-Test-Ergebnisse; der Prozentrang im IQ-Test gibt an, wie viele Kinder in der Vergleichsgruppe diesen oder einen höheren Wert haben bzw. wie viele Kinder der Vergleichsgruppe nicht diesen Wert erreichen. Ein PR von 97,8 bedeutet zum Beispiel, dass 97,8 Prozent der Kinder diesen hohen Wert nicht erreichen, sondern nur etwa 2 Prozent der Altersgruppe.

Querdenker
unangepasste Hochbegabte

Rohwert RW
Testergebnis der einzelnen Aufgabenreihe

Selbstkonzept
die Selbstwahrnehmung einer Person, die durch Erfahrungen mit der jeweiligen Umwelt und durch die jeweiligen Interpretationen gebildet wird. Dazu gehören Aspekte des eigenen Körpers, des eigenen Erlebens und Verhaltens sowie eigene intellektuelle und sonstige Fähigkeiten.

Selbstkonzept, akademisches
Gesamtheit der Gedanken über die eigenen Fähigkeiten in schulischen Leistungssituationen

signifikante Unterschiede   
sehr hohe Unterschiede zwischen zwei Testwerten

Synapsen       
Orte der Verschaltung der einzelnen Nerven, sollen bei Hochbegabten um das 10 000-fache höher sein als bei normal begabten Menschen

Teilakzeleration
in einem Fach am Unterricht einer höheren Klasse teilnehmen

T-Werte
Auch die T-Werte können bei Intelligenztestverfahren zur Beurteilung herangezogen werden. Ein T-Wert von 70 gibt an, dass die Leistung in dem untersuchten Bereich herausragend hoch ist (Bereich der Hochbegabung). Der Mittelwert einer T-Skala ist der Wert 50.

überdurchschnittlich intelligent
Bereich mit IQ-Testwerten zwischen 115 und 130

Underachiever
erwartungswidriger Minderleister: trotz hohem IQ-Wert liegen schlechte schulische Leistungen mit Motivationsproblemen vor. Die hohe intellektuelle Befähigung wird nicht in hohe schulische Fertigkeiten umgesetzt.

Unterforderung
Aufgaben passen sowohl in der Qualität oder auch Quantität nicht zum Leistungsbild einer Person

Verarbeitungsgeschwindigkeit
Geschwindigkeit, mit der Informationen aufgenommen und verarbeitet werden

Vergleichbarkeit von Tests
am besten über den Prozentrang möglich

Vertrauensintervall
siehe Irrtumswahrscheinlichkeit; bezeichnet den Bereich in dem der „wahre“ IQ-Wert liegt

visuell
„mit den Augen“, Angabe in bestimmten Testbereichen, in denen verstärkt mit den Augen gearbeitet wird

Wertpunkt WP
Rohwertsummen werden in Wertpunkte der altersentsprechenden Normwerttabelle für Wertpunktäquivalente umgewandelt


Stand: 24.01.2017

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