Glossar

Eine Auswahl von Stichwörtern, die häufig im Zusammenhang mit Hochbegabten verwendet werden


ADHS
Abkürzung für Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom, Krankheitsbild mit Stillhalte- und Konzentrationsproblematik

ADS
Abkürzung für Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, Kind sehr ruhig und verträumt (Träumerle-Problematik)

AID 2
IQ-Test, Adaptives Intelligenz Diagnostikum 2

Akzeleration
Beschleunigung der Schulzeit durch vorzeitige Einschulung oder Überspringen einer Klasse, siehe auch Teilakzeleration

Auditiv
„mit den Ohren“, Angabe, wenn verstärkt Bereiche über das Hören angesprochen werden, z.B. Untertests im IQ-Test

Begabungsdiagnostik
siehe Diagnostik Hochbegabung

BIVA             
bildverarbeitender Intelligenztest

Begabungsschwerpunkte     
hohe Untertestwerte im IQ-Test-Profil (z.B. Sprache, Logik)

Bodeneffekt bei IQ-Tests
Bei welchen Untertests aufgrund zu wenig leichter Items nicht genauer zwischen einer unterdurchschnittlichen und weit unterdurchschnittlichen Leistung differenziert werden kann.

Deckeneffekt bei IQ-Tests
Respektive bei welchen Untertests aufgrund zu wenig schwieriger Items nicht genauer zwischen einer überdurchschnittlichen und weit überdurchschnittlichen Leistung differenziert werden kann.

Diagnostik Hochbegabung
sinnvollstes Hilfsmittel ist dazu der IQ-Test

Emotionale Kompetenz
übergeordnete Fähigkeit, von der es abhängt, wie gut Menschen ihre weiteren Fähigkeiten (auch Intelligenz) zu nutzen verstehen

Enrichment
intellektuelle Anreicherung mit gleich befähigten Kindern durch zusätzliche Themen, Projekte oder Gruppen

EQ
emotionale Intelligenz, „Erfolgsintelligenz“

extrinsische Motivation
an die Ausführung der Handlung sind äußerliche Belohnungen geknüpft bzw. an die Nicht-Ausführung der Handlung sind Bestrafungen geknüpft; extrinsische Motivation kann durch Belohnungen gesteigert werden (siehe Motivation).

Feinmotorik
Fähigkeit, mit den Händen zu arbeiten

Flow
Glücksgefühl, das sich einstellt, wenn eine schwierige Aufgabe mit Anstrengung erfolgreich beendet wurde

Flynn-Effekt
Untersuchungen haben gezeigt, dass Intelligenztests, deren Normierung länger als 10 Jahre zurückliegt, die Leistungen der getesteten Personen zu hoch angeben.

GAI   
allgemeiner Fähigkeits-Index, AFI/GAI wird aus den Werten von Sprachverständnis und Logik im HAWIK IV gebildet

Graphomotorik
Schriftbild

Grobmotorik
motorische Fähigkeiten des Körpers (Rollerfahren, Turnen, Klettern etc.)

Hochbegabung
Testwerte ab IQ-Punktwerte 130 (im deutschsprachigen Raum)

Höchstbegabt
Testergebnisse über 145 IQ-Punktwerten (im deutschsprachigen Raum)

Hyperaktivität
siehe ADHS

Hyperakusis
Hyperakusis bedeutet eine Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen sämtlicher Frequenzen auf einem oder auf beiden Ohren. Die Grenze zur Geräuschempfindlichkeit oder genervten Wahrnehmung der Lärm- und Geräuschewelt ist dort überschritten, wo nicht nur einmalig oder kurzfristig, sondern anhaltend oder zunehmend häufiger die Empfindung des Nichtaushaltenkönnens im Bewusstsein andrängt und beklagt wird.

KABC (K-ABC)
Kaufmann ABC-Test, älteres Testverfahren

IDS
Intelligenz- und Entwicklungsskalen, neuestes Testverfahren seit 2010

Intelligenztest
Test dient zur Abklärung der Begabungsrichtung und der Intelligenzhöhe

intrinsische Motivation
die Ausführung der Handlung ist aus sich heraus Belohnung genug (siehe Motivation)

IQ-Test
siehe Intelligenztest

IST
IQ-Testverfahren für junge Erwachsene

Kognitive Förderung
Intellektuelle Förderung zur Auslastung in hohen IQ-Test-Bereichen

Latent hochbegabt
Hochbegabung, die aus den verschiedensten Ursachen heraus nicht zur größtmöglichen Entfaltung gebracht werden kann

Legasthenie
Rechtschreibproblematik, die auch bei Hochbegabten zu 21 Prozent auftreten kann

Merkmale
hochbegabte Kinder haben typische Verhaltensmerkmale im Bereich des Lernens und der sozialen Wahrnehmung

Minderbegabt
Intelligenzwert liegt unter dem Durchschnitt der Altersgruppe

Minderleister, erwartungswidriger
siehe underachiever

Motivation
Unter Motivation versteht man die Bereitschaft, in einer konkreten Situation eine bestimmte Handlung mit einer bestimmten Intensität bzw. Dauerhaftigkeit auszuführen. Es wird damit der Beweggrund für eine bestimmte Verhaltensweise eines Menschen bezeichnet. Die Motivation ist entscheidend dafür, ob eine Handlung ausgeführt oder unterlassen wird. Entscheidend dabei ist, dassjemandein Ziel vor Augen hat, sich anstrengt und ablenkungsfrei bei der Sache ist.

Normalverteilung
Verteilung der Intelligenz in der Bevölkerung, häufig in der Gauß’schen Kurve dargestellt

Normal begabt
Intelligenzwert entspricht dem Durchschnitt der Bevölkerung

Normiertes Testverfahren
Diese setzen die Kompetenzen eines Kindes mit denen anderer Kinder der gleichen Altersnorm in Beziehung. Die Tests müssen testmethodischen Gütekriterien genügen und aktuelle Normwerte (siehe auch Flynn-Effekt) aufweisen. Die Testverfahren sind den Intelligenzeinschätzungen durch Eltern und Lehrkräfte, selbst durch geschulte Diagnostiker, weit überlegen.

Overachiever
Normalbegabte, die aufgrund nicht kognitiver Persönlichkeitsmerkmale (wie Ehrgeiz) mehr leisten, als ihrem Intelligenzniveau entsprechend zu erwarten wäre

Prozentrang
PR, guter Wert zum Vergleich der verschiedenen IQ-Test-Ergebnisse

Querdenker
unangepasste Hochbegabte, die neue Lösungen für neue Probleme finden

Selbstkonzept
die Selbstwahrnehmung einer Person, die durch Erfahrungen mit der jeweiligen Umwelt und durch die jeweiligen Interpretationen gebildet wird. Dazu gehören Aspekte des eigenen Körpers, des eigenen Erlebens und Verhaltens als auch eigene intellektuelle und sonstige Fähigkeiten.

Selbstkonzept, akademisches
Gesamtheit der Gedanken über die eigenen Fähigkeiten in schulischen Leistungssituationen

Selbstwahrnehmung / Fremdwahrnehmung
bei hochbegabten Kindern häufig sehr unterschiedlich

signifikante Unterschiede   
sehr hohe Unterschiede zwischen zwei Testwerten

Synapsen       
Orte der Verschaltung der einzelnen Nerven, sollen bei Hochbegabten um das 10 000-fache höher sein als bei normal begabten Menschen

Teilakzeleration
in einem Fach am Unterricht einer höheren Klasse teilnehmen

T-Werte
Auch die T-Werte können bei Intelligenztestverfahren zur Beurteilung herangezogen werden. Ein T-Wert von 70 gibt an, dass die Leistung in dem untersuchten Bereich herausragend hoch ist (Bereich der Hochbegabung). Der Mittelwert einer T-Skala ist der Wert 50.

Überdurchschnittlich intelligent
Bereich mit IQ-Testwerten zwischen 115 und 130

Underachiever
erwartungswidriger Minderleister: trotz hohem IQ-Wert liegen schlechte schulische Leistungen mit Motivationsproblemen vor

Vergleichbarkeit von Tests
am besten über den Prozentrang möglich

Verarbeitungsgeschwindigkeit
Geschwindigkeit, mit der Informationen aufgenommen und verarbeitet werden

Visuell
„mit den Augen“, Angabe in bestimmten Testbereichen, in denen verstärkt mit den Augen gearbeitet wird


Stand: 31.01.2012

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