Hochbegabten, Intelligenztest, IQ-Test, Anerkannte Intelligenztests, Begabungsdiagnostik Wann sollte man testen?

Intelligenztests

IQ-Test für Kinder und Jugendliche


Warum testen?

Nutzen der Erkennung von hochbegabten Kindern

Eine Intelligenzdiagnostik zielt darauf ab, vergleichende Aussagen bezüglich des aktuellen Entwicklungs- und Lernstandes eines Kindes zu treffen. Darauf basierend ist es möglich, Empfehlungen zur Förderung oder auch zur Unterstützung eines Kindes anzusprechen. Das individuelle Förderkonzept sollte dabei immer die positive Veränderung oder Stabilisierung eines Kindes in seinem (familiären) Umfeld berücksichtigen.

Der unmittelbare Nutzen der Erkennung von Hochbegabung bzw. überdurchschnittlicher Intelligenz liegt häufig sofort vor: die Eltern verstehen ihr Kind besser, was immer wieder zu einer deutlichen Abschwächung von Konflikten im familiären Zusammenleben führt. Auch reagieren Eltern in der Regel schnell, indem sie ihrem Kind intellektuelle Anregungsräume schaffen, die deutlich über den Schulalltag hinausgehen: dabei geht es immer wieder um den Aufbau eines positiven Selbstkonzepts.

Eine (möglichst frühe) Feststellung der Hochbegabung ist nützlich, um erforderliche Maßnahmen in Kindergarten und Schule in die Wege leiten zu können. Immer wieder reichen für hochbegabte Kinder die geistigen Anregungen besonders in den Kindergärten oder auch in den ersten Schuljahren nicht aus, auch um eine Stagnation der kognitiven Entwicklung bis hin zu Entwicklungsrückschritten zu vermeiden. Allgemeine Unlust, eine frühe Demotivation begleiten dabei immer wieder die Unterforderung, die Lernen und Weiterentwicklung erschwert. Motivationale Befindlichkeiten erweisen sich möglicherweise als Störfaktoren. Auf Verlangen oder auf direkte Anweisungen zu reagieren (und damit im schulischen Alltag eine geforderte Leistung zu erbringen) wird auch durch die von den Eltern vermittelten Einstellungen beeinflusst.

Dies bedeutet, dass nicht jeder hochbegabte oder auch überdurchschnittlich intelligente SchülerIn früher oder später exzellente Leistungen zeigen wird. Im Zusammenhang mit Intelligenztestungen fiel auf, dass über 10 Prozent der hochbegabten SchülerInnen mit IQ-Werten über 130 keine sehr gute Schulleistungen aufwiesen. Hier zeigt sich das Phänomen des Underachievements: werden bei diesen Lernenden höchstens durchschnittliche, eher schlechtere Schulnoten festgestellt, wird diese Leistung als „erwartungswidrig“ angesehen. Die kognitive Fähigkeit zur Leistung zeigt sich in Schulnoten eher dann deutlich, wenn sich eine Lern- und Leistungsmotivation und auch ein höherer Arbeitseinsatz aufbaut. Beeinträchtigungen durch Entwicklungsstörungen, negatives Selbstbild, aversive Einstellungen, organische Krankheiten sowie ein problematisches Umfeld führen auch hier zu Schulschwierigkeiten. Die Suche nach der Ursache von jeglicher Minderleistung ist stets eine komplexe Aufgabe. Es werden nicht alle Hochbegabte im Laufe ihrer Entwicklung ihres Lebens Genies, aber man sollte ihnen helfen, ihr Potential (auch zum Wohle der Allgemeinheit) zu entfalten. So kann zum Beispiel auch ein bei der IQ-Testung erzielter hoher Wert das Selbstbewusstsein stärken und zu höherer Leistungsmotivation führen. Dies ist auch immer wieder zu sehen bei höheren Fähigkeiten in einzelnen Bereichen. Hier sollte dann auch der Schüler/die Schülerin in der Suche nach geeigneten Fördermaßnahmen zur intellektuellen Anregung, die im üblichen Schulalltag nicht vorgesehen sind, unterstützt werden.

Hochbegabte Kinder – insbesondere Vorschulkinder- erzählen häufiger, nicht gerne in den Kindergarten zu gehen, wenn die anderen älteren Kinder im letzten Kindergarten-Jahr nicht mehr da sind. Sie fühlen sich schnell gelangweilt und haben in der Regel keine adäquaten Spielkameraden, d.h. „Gleichgesinnte“. Ein hochbegabtes Kind wird sich in dieser Situation im Vergleich zu der größeren, relativ altershomogenen Gruppe als anders erleben. Hier ist der Einsatz der Pädagogen gefordert.


Was sagt ein Intelligenztest aus?

Ein wichtiges Mittel zur Bestimmung intellektueller Begabung ist ein Intelligenztest. Ein IQ-Test sollte stets von erfahrenen Pädagogen mit ausgewiesener Expertise ausgeführt werden. Der IQ-Test ermöglicht eine zuverlässige Einschätzung der Höhe der Intelligenz. Das Testergebnis gibt letztlich den IQ-Wert eines Kindes im Vergleich zur Altersnorm an. Für viele ist der Zweck eines IQ-Tests damit auch schon hinreichend erfüllt. Eine gute Diagnostik aber leistet mehr: Ein Intelligenztest kann, wenn er richtig interpretiert wird, als Erziehungshilfe und als Grundlage eines pädagogischen Forder- und Förderkonzeptes dienen. Mittels eines IQ-Tests ist es möglich, eine individuelle und treffsichere Profilanalyse der Stärken und Schwächen eines Kindes zu erstellen. Die Ergebnisse der einzelnen Untertests lassen eine gute Interpretation zu:

  • Worauf sollte in der Erziehung geachtet werden?
  • Wo liegen Stärken?
  • Wo sind Besonderheiten zu erkennen?
  • In welchen Bereichen sollte besonders gefördert werden? u.v.m.

Diese Intelligenzdiagnostik kann so zur individuellen Entwicklungsberatung und zur Interventionshilfe herangezogen werden – im Bereich der überdurchschnittlichen Intelligenz und/oder Hochbegabung besonders auch für erzieherische Präventionsmaßnahmen. Ein Index über Fähigkeiten und Fertigkeiten lässt Rückschlüsse zu, ob das Kind seine Fähigkeiten tatsächlich voll nutzt.


Ab welchem Alter ist ein Intelligenztest sinnvoll? Reicht ein einmaliger Test aus?

Grundsätzlich gilt: Ein Test ist zu jeder Zeit möglich und vor allem dann angeraten, wenn die aktuelle Situation eine "Standortbestimmung" notwendig macht. Der frühestmögliche Zeitpunkt für eine Testung ist dann gegeben, wenn das Kind in der Lage ist, die Testsituation auszuhalten – in der Regel ist das bereits im Kindergartenalter der Fall. Natürlich sind die Testverfahren für die jüngeren Kinder noch nicht so umfangreich ausdifferenziert, sie sind aber aussagekräftig und geben gute Hinweise. Die Tests sind dem jeweiligen Alter auf 3 Monate genau angepasst.

Ein hohes Testergebnis ist kein Zufall und trifft in jeder Altersstufe eine verlässliche Aussage über das intellektuelle Potential eines Kindes. Dennoch ist es möglich, dass bei einer wiederholten Testung zu einem späteren Zeitpunkt ein abweichendes Ergebnis vorliegt. Das bedeutet nicht, dass sich die "Höhe des Potentials" verändert hat. Vielmehr zeichnet ein solches Ergebnis ein Bild von der aktuellen Situation des Kindes: Förderung, Zuwendung, familiäre Situation und vieles mehr. Daher ist es sinnvoll, Tests zu bestimmten Zeitpunkten zu wiederholen.

Intelligenztests für Kinder ab 3 Jahren

Auch für die 3-jährigen Kinder liegen bereits IQ-Tests vor. Sie sind natürlich dem Alter angepasst. Wichtig ist es hierbei, dass das Kind in der Lage ist, in Abschnitten von etwa 15 Minuten unabhängig von den Eltern bei einem „Frage- und Antwortspiel“ mitzumachen. Ist dies nicht der Fall, sollte eher ein Analysegespräch mit den Eltern stattfinden und zu einem späteren Zeitpunkt ein IQ-Test durchgeführt werden.

Eine Intelligenztestung im Vorschul- oder frühen Grundschulalter kann nur bedingt als langfristig zuverlässig betrachtet werden. Testwerte in IQ-Tests sind nach neueren Forschungen erst ab einem Alter von 11-12 Jahren so stabil, dass Prognosen bis ins Erwachsenenalter gewagt werden können.

Generell erfährt die seelische und auch kognitive Entwicklung der Kinder und Jugendlichen oft Veränderungen. Daher sind Befunde nur zeitlich begrenzt gültig (ca. ein bis zwei Jahre). Aussagekräftige Intelligenztests (besonders im Sinne eines intellektuellen Begabungsprofils) können zu jedem Zeitpunkt in der Entwicklung des Kindes erstellt werden.

Aus pädagogischer Sicht ist der Wert, den ein Kind in einem Intelligenztest erreicht hat, nur ein Hinweis auf sein Potential und keine unveränderliche Größe. Damit sich das Potential zeigen kann, sind eine Vielzahl von Faktoren von Bedeutung, wie z.B.:

  • die (Groß-) Familie,
  • die Gruppe der Freunde,
  • die Motivation, mit der sich das Kind Themen/Aufgaben widmet,
  • die Konzentrationsfähigkeit,
  • die persönlichen, charakterlichen Voraussetzungen (wie z.B. ein phlegmatisches vs. ein agiles Wesen)

Um die Entwicklung des Kindes aufmerksam verfolgen und die entsprechende Förderung optimieren zu können, ist es häufig ratsam, bereits schon vor Schulbeginn einen Intelligenztest durchzuführen.

Die besonderen Fähigkeiten eines Schülers oder einer Schülerin werden im Elterngespräch immer eine große Rolle spielen, eine Verengung allein auf das kognitive Potential sollte nicht gemacht werden, da auch andere Kompetenzen und Fähigkeiten, die das Kind schon und/oder darüber hinaus zeigt, wichtig für die Persönlichkeit des Kindes sind.


Ist es sinnvoll, dass das Kind vor dem IQ-Test übt?

Nein, ein Üben verfehlt den Sinn. Mit Hilfe des IQ-Tests soll ein aussagekräftiges Begabungsprofil mit Stärken und Schwächen des Kindes erstellt werden, um das Kind optimal individuell zu fördern und zu fordern. Das Trainieren der Aufgaben verfälscht das Ergebnis und gibt keine zuverlässige Aussage.

Abgesehen davon ist das Üben des Testes kaum möglich: Die IQ-Tests aus dem Internet haben nichts gemeinsam mit den tatsächlichen anerkannten Testverfahren. Zudem sind die Aufgaben vielfältig und differenziert, was ein Training zusätzlich erschwert.


IQ-Werte – die Höhe der Begabung

Begabung kann in unterschiedlichen Werten angegeben werden. Die bekanntesten sind der IQ-Wert (Intelligenzquotient) oder der Prozentrang (PR). Die Ergebnisse einzelner Tests lassen sich nicht immer miteinander vergleichen und fallen gelegentlich auch unterschiedlich aus. Dies kann zum Beispiel an der verschiedenen Gewichtung einzelner Testanteile oder auch an unterschiedlichen Umrechnungsfaktoren liegen. Für eine gewisse Vergleichbarkeit in den Tests lässt sich wohl am besten der Prozentrang verwenden.


Tabelle: Intelligenzquotient bei Kindern (und Erwachsenen), die deutsche Klassifizierung

Es gibt keine spezielle IQ-Werte-Tabelle für Kinder, sondern die IQ-Skala bei Kindern ist eine einheitliche Eingruppierung, egal wie alt die Testperson ist. Dies ist möglich, da die erreichten Testwerte je nach Alter des Kindes entsprechend umgerechnet werden. Natürlich ist ein IQ-Test für 3-jährige Kinder anders aufgebaut als ein IQ-Test für 11-jährige Kinder.

Von einer normalen, durchschnittlichen Intelligenz spricht man, wenn ein Intelligenzwert von 100 (IQ-Wert) bzw. ein Prozentrang von 50 erreicht wird.
Von einer überdurchschnittlichen Intelligenz spricht man ab einem Wert von circa 115 oder besser einem Prozentrang von 85.
Als hochbegabt wird ein Kind dann bezeichnet, wenn es einen IQ-Wert von 130 und mehr erreicht, beziehungsweise ab einem Prozentrang 98. Das bedeutet: 15 Prozent der Kinder eines Jahrgangs sind überdurchschnittlich intelligent und nur 2 Prozent der Kinder eines Jahrgangs können als hochbegabt eingestuft werden.


Werden ebenso viele Jungen wie Mädchen getestet?

Die Statistik der durchgeführten Intelligenztests zeigt, dass Jungen deutlich häufiger getestet werden als Mädchen (weiter unten finden Sie dazu Testwerte aus dem Institut). Warum?

Versuch einer Erklärung:

Intelligenztests werden in der Regel von den Eltern in Auftrag gegeben, die ein Begabungsprofil ihres Kindes erhalten möchten. Da hochbegabte Mädchen sehr häufig ein völlig unterschiedliches und eher angepasstes Verhalten zeigen, lassen Eltern hier seltener ein Begabungsprofil erstellen. Oftmals ist es so, dass eine herausragende überdurchschnittliche Intelligenz bei Mädchen erst dann vermutet und festgestellt wird, wenn der Bruder auffällig geworden ist. Geschwisterkinder testen zu lassen, ist also immer sinnvoll.

„Ein bedeutsamer Unterschied zwischen hochbegabten Mädchen und Jungen, so Stapf/Stapf (1996), ist darin zu sehen, dass von allen hochbegabten Kindern, die zu einer intellektuellen Überprüfung kommen, nur 25 % Mädchen sind. Es werden somit deutlich weniger Mädchen als Jungen identifiziert.“ Als Gründe nennen die Autoren, die soziale Orientierung des weiblichen Geschlechts, die sich eher hemmend auf die intellektuelle Entfaltung auswirkt. Es ist für die Mädchen häufig wichtiger, in der Gruppe der gleichaltrigen Mädchen akzeptiert zu werden und damit passen sie sich in den Leistungen und Interessen der Mitschülerinnen an. Außerdem reagieren die Mädchen eher mit Lustlosigkeit und Desinteresse als mit einem stark störenden Verhalten/Clownerien als Jungen. Auch „glauben“ Eltern eher seltener an eine sehr hohe Begabung bei ihren Töchtern als bei ihren Söhnen. Daher ist es sinnvoll, die Mädchen möglichst früh zu identifizieren, ihr Selbstbewusstsein (insbesondere in den MINT-Bereichen) zu fördern und bei Gruppen von hochbegabten Kindern einzelne Kurse nur für Mädchen anzubieten (Trautmann 2005).


Anerkannte Intelligenztests – eine Übersicht

Gute Testverfahren gibt es für jedes Alter. Das erhaltene Begabungsprofil sollte eine individuelle Förderung bei Hochbegabung ermöglichen, aber auch gute Hinweise bei einer Normalbegabung geben.

Intelligenztest Wechsler Preschool and Primary Scale of Intelligence-IV (WPPSI-IV)

Mit dem HANNOVER-WECHSLER-INTELLIGENZTEST FÜR DAS VORSCHULALTER, der deutschen Adaptation der WECHSLER PRESCHOOL AND PRIMARY SCALE OF INTELLIGENCE, steht ein aktuelles Intelligenzdiagnostikum von David Wechsler zur Verfügung. Seine SCALE OF INTELLIGENCE gehören weltweit zu den am weitesten verbreiteten Intelligenz-Testverfahren. Die WECHSLER PRESCHOOL AND PRIMARY SCALE OF INTELLIGENCE- FOURTH EDITION (WPPSI-IV) wurde auf der Basis aktueller Forschungsergebnisse aus vielen psychologischen Bereichen (wie Entwicklungspsychologie, Klinische Kinderpsychologie oder Forschungsmethoden) aus der Vorgängerversion WPPSI-III (Wechsler, 2002) weiterentwickelt und in der englischsprachigen Version 2012 publiziert. Die Konstruktion und Normierung der WPPSI-IV für den deutschen Sprachraum wurde von 2014 bis 2017 durchgeführt.

Die Wechsler-Intelligenztests wurden in den letzten sieben Jahrzehnten mehrfach überarbeitet, um
  • neue Entwicklungen auf dem Gebiet der Intelligenzdiagnostik zu integrieren,
  • Normwerte zu aktualisieren und damit Veränderungen in der Bevölkerung zu berücksichtigen,
  • Aufgaben an kulturelle und technologische Entwicklungen anzupassen und
  • um relevanten Aspekten der jeweiligen Gesellschaft zu entsprechen.

Die Struktur dieses Intelligenztests ist für die 3-jährigen Kinder anders aufgebaut als für die 4 bis 7-jährigen Kinder. Grundsätzlich werden die für die jeweilige Altersklasse vorgegebenen Kernuntertests durchgeführt.

(Quelle: D. Wechsler, WPPSI-IV. Technisches Manual, Pearson, 2018.)

Intelligenztest Wechsler Intelligence Scale For Children (WISC-IV) (älterer Name: Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Kinder IV (HAWIK-IV))

Seit Herbst 2011 ist das HAWIK-IV-Testverfahren wieder unter dem englischen Namen WISC (Wechsler Intelligence Scale For Children) erhältlich. Am Testinhalt und der Aussagekraft hat sich nichts geändert.

Der IQ-Test HAWIK-IV/WISC-IV ist ein Individualtest und gehört weltweit zu den am häufigsten eingesetzten und allgemein anerkannten Testverfahren. Mit der Version HAWIK-IV kann die kognitive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen im Alter von 6;0 bis 16;11 Jahren (d.h. 16 Jahre und 11 Monate) in Einzeltestverfahren abgeklärt werden. Die einzelnen Ergebnisse werden in einem übersichtlichen Leistungsprofil dargestellt. Bei den Wechsler-Tests handelt es sich um eine Zusammenstellung verschiedener Untertests, mit deren Hilfe mehrere Intelligenzdimensionen erfasst werden. Aus der beobachteten und registrierten Testleistung erschließt man die Intelligenz. Grundlegende Fähigkeiten wie Sprachverständnis, abstraktes logisches Denken, die Leistung des Arbeitsgedächtnisses oder die Geschwindigkeit der Verarbeitung von Informationen sind wichtige Untertestergebnisse. Sie bilden entsprechend das Intelligenz-Niveau des Kindes/Jugendlichen ab. Aus diesen einzelnen Werten wird der IQ-Wert errechnet.

Die Normierung für Deutschland, Österreich und die Schweiz wurde von Mai 2005 bis Juni 2006 realisiert; insgesamt wurden über 2600 Kinder und Jugendliche an über 50 Standorten getestet. Unter bestimmter Fragestellung kann sich dieser Test immer noch als sinnvoll erweisen, obwohl die Revision WISC-V bereits vorliegt.

Intelligenztest Wechsler Intelligence Scale For Children (WISC-V)

Die WECHSLER INTELLIGENCE SCALE FOR CHILDREN-V (WISC-V) stellt ein umfassendes Einzeltestverfahren zur Beurteilung der kognitiven Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen im Alter von 6;0 bis 16;11 Jahren dar. Als komplexe Testbatterie kann sie ebenfalls zur Beurteilung von intellektueller Hochbegabung, Intelligenzminderung sowie individueller kognitiver Stärken und Schwächen eingesetzt werden.

Der Test basiert auf einer grundlegenden Überarbeitung der WECHSLER INTELLIGENCE SCALE FOR CHILDREN–IV (WISC-IV, Wechsler, 2003; deutsche Adaption Petermann & Petermann, 2007, 2011) und besteht aus 15 Untertests, deren Einzelergebnisse in einem Leistungsprofil zusammengeführt werden. Darüber hinaus werden die Untertests in Skalen (Indizes) zusammengefasst, die die Fähigkeiten in unterschiedlichen kognitiven Bereichen (SPRACHVERSTÄNDNIS, FLUIDES SCHLUSSFOLGERN, VISUELL-RÄUMLICHE VERARBEITUNG, ARBEITSGEDÄCHTNIS UND VERARBEITUNGSGESCHWINDIGKEIT) sowie das allgemeine intellektuelle Niveau eines Kindes (d.h. den Gesamt-Intelligenzquotienten) abbilden.

Die WISC-V wurde 2015 und 2016 in der Bundesrepublik Deutschland normiert und kann im Rahmen vielfältiger kinderpsychologischer und pädagogischer Fragestellungen eingesetzt werden. Sie wurde auf der Grundlage aktueller Erkenntnisse entwickelt.

(Quelle: D. Wechsler, WISC-V. Durchführungs- und Auswertungsmanual, Pearson, 2014.)

Intelligenztest Kaufman Assessment Battery for Children–II (KABC-II)

Die Kaufman Assessment Battery for Children–II (KABC-II) ist ein Individualtest zur Erfassung intellektueller Fähigkeiten bei Kindern und Jugendlichen. Für die deutsche Battery wurden bevölkerungsrepräsentative Normen für die verschiedenen Altersgruppen von 3 bis 18 Jahren in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhoben. Dieses Testverfahren ist weitreichend anerkannt und verfügt über hohe Reliabilitäts- und Validitätswerte. Mit der KABC-II können verschiedene intellektuelle Fähigkeiten gemessen werden, zu denen u. a. sequentielle und simultane Verarbeitung, Lernen und logisches Denken gehören.

Die KABC-II ist aufgeteilt in Kernuntertests und Ergänzungsuntertests. Die Durchführung der Kernuntertests führt zu Ergebnissen für alle Skalen und Gesamtskalen, während die Ergänzungsuntertests eine weitergehende Erfassung der Fähigkeiten und Verarbeitungsprozesse gestattet. Einzelne Untertests und die Gesamtskalen können außerhalb des vorgesehenen Altersbereichs durchgeführt werden. In vielen Bereichen werden sogenannte Lernaufgaben verwendet, um sicherzustellen, dass das Verständnis für die Aufgabentypen vorliegt. Mit diesem Test kann auf die kognitive Verarbeitung fokussiert werden, auf angeeignetes Wissen wird weniger Wert gelegt. Auch werden Lernfähigkeit und Planungsfähigkeit erfasst.

Intelligenztest AID 3

Der Test richtet sich an die Altersgruppe 6;0 - 15;11 Jahren. Eichung und Normierung erfolgte mit ca. 200 Kindern und Jugendlichen aus Deutschland und Österreich. Standardgemäß werden 10 Untertests durchgeführt. Es wird auch hier nicht schulisches Wissen abgefragt, sondern es erfolgen facettenreiche Fragen zum Beispiel aus den Bereichen sprachlich-logisches Denken, formal-logisches Denken, Differenzierungsfähigkeit, Merkfähigkeit und soziale Sensibilität. Neben dem Durchschnittswert der Intelligenz erhält man ein Profil über die starken, schwachen oder normalen Fähigkeiten des Kindes.

IDS - Intelligence and Development Scales

Intelligenztest und Allgemeiner Entwicklungstest

Dieser Test wurde an 1330 Kindern in Deutschland, Österreich, Schweiz, verteilt über 12 Altersgruppen normiert. Der IDS ist ein individueller Test. Die IDS-Skalen erlauben eine differenzierte entwicklungspsychologische Bestimmung für Kinder im Alter von 5;0 bis 10;11 Jahren (d.h. 10 Jahre und 11 Monate) für die kognitive Entwicklung sowie für die allgemeine Entwicklung. Dieses Testverfahren bietet somit eine Kombination sowohl der Berechnung eines Intelligenzwertes wie auch eine umfassende Entwicklungsprofilanalyse in sechs Funktionsbereichen: Kognition, Psychomotorik, sozial-emotionale Kompetenz, Mathematik, Sprache und Leistungsmotivation.

Besonders wird in diesem Testverfahren Wert auf eine bereichsspezifische Stärken- und Schwächenanalyse des Kindes gelegt. Diese wird sowohl zum individuellen Entwicklungsprofil als auch zu dem der Altersgruppe in Beziehung gesetzt. Die IDS- Skalen beinhalten verschiedene Untertests: Wahrnehmung (visuell), Aufmerksamkeit (selektiv), Gedächtnis (phonologisch, räumlich-visuell, auditiv) und Denken (bildlich, konzeptuell).

Die kognitiven Untertests werden zu einem Intelligenzwert verrechnet. Um eine der individuellen Abklärungssituation entsprechende Testung zu ermöglichen, können die IDS-Skalen auch modulartig eingesetzt werden. Die IDS-Skalen eignen sich für Fragestellungen im Rahmen der Intelligenzdiagnostik, Entwicklungsdiagnostik und Schuleingangsdiagnostik sowie im klinischen Bereich.

Hinweis: Ergänzend kann neben dem Intelligenztest eine nähere Betrachtung des Kindes mit Hilfe eines Entwicklungstestes („Allgemeine Entwicklung“) hilfreich sein, welcher insbesondere die emotionale Entwicklung, soziale Kompetenz und Psychomotorik umfasst. Früh auftretende Verhaltensprobleme gehen nicht selten mit einer langfristig ungünstigen Entwicklungsprognose einher: beeinträchtigte Eltern-Kind-Beziehung, Schwierigkeiten in der Schule oder auch Ablehnung durch Gleichaltrige. Sozial-emotionale Auffälligkeiten sollten in der Erziehung Beachtung finden, sie sind aber nicht per se an überdurch-schnittliche Intelligenz gekoppelt.

Coloured Progressive Matrices (CPM)

Die CPM bestehen aus drei Sets zu je zwölf Items und sind für den Altersbereich 3;9 (d.h. 3 Jahre 9 Monate) bis 11;8 Jahren (d.h. 11 Jahre 8 Monate) normiert. Dieser Test verlangt von den Kindern, in Analogien zu denken und dieses Vorgehen als konsistente Methode für schlussfolgerndes Denken einzusetzen. Die Kinder müssen aus sechs vorgegebenen Auswahlantworten diejenige wählen, die das zu vervollständigende Muster ergänzt. Insgesamt besteht der Test aus 36 Aufgaben.

Eingeschränkt verwertbare Intelligenztestverfahren

Intelligenztest IST 2000 für Erwachsene

Der IQ-Test IST 2000 ist eines der wichtigsten Testverfahren für Erwachsene. Für die Normgebung wurden über 5500 Probanden getestet. Die Personen stammen aus den verschiedenen Bundesländern Deutschlands und setzen sich aus Schülerinnen und Schülern, Auszubildenden, Studierenden und Berufstätigen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen.

Intelligenz ist als ein komplexes Konstrukt zu sehen, das durch eine Vielzahl von Teilfähigkeiten gekennzeichnet ist. Der Test besteht aus unterschiedlichen Aufgabengruppen, mit denen verbale, numerische und figurale Intelligenz erfasst werden.

Das Grundmodul erfasst darüber hinaus mit dem schlussfolgernden Denken (SD) eine besonders grundlegende Intelligenzfähigkeit. Weiterhin besteht der Test aus zusätzlichen Aufgabengruppen zur Erfassung der Merkfähigkeit.


Ergänzende Diagnostik, die bei weiterführenden Fragen insbesondere zum (Lern-) Verhalten von hochbegabten Kindern sinnvoll sein könnten

Die Intelligenz wird gemessen, um gesicherte Grundlagen für pädagogisches Handeln in der Schule, im Kindergarten, in der Familie im erzieherischen Kontext zu gewinnen. Eine ergänzende Persönlichkeitsdiagnostik kann dabei unterstützen.

SELLMO Test: Motivationstest

Die Skalen zur Erfassung der Lern- und Leistungsmotivation (SELLMO) messen die motivationalen Anteile bei Lern- und Leistungsdefiziten in Form von Zielorientierungen. Die SELLMO sollten im Rahmen einer pädagogischen Diagnostik insbesondere dann eingesetzt werden, wenn die Leistungen einer Person hinter deren eigentlichen Fähigkeiten zurückbleibt.

KLT Test: Konzentrations- und Leistungstest

Der KLT-R erfasst die Langzeitanspannung, Quantität und Qualität des Leistungsverlaufs einer Testperson. Der Test ist umfangreich und liegt entsprechend den sehr unterschiedlichen Altersstufen vor.

d2 Test: Aufmerksamkeits- und Konzentrationstest

Der Test dient der Messung der Konzentration bei Aufgaben, die Aufmerksamkeit verlangen (konzentrierte Aufmerksamkeit). Er erfasst die Konzentrationsfähigkeit der Testperson sowie die Schnelligkeit und Genauigkeit bei der Unterscheidung ähnlicher visueller Reize (Detail-Diskrimination).

BRIEF: Verhaltensinventar zur Beurteilung exekutiver Funktionen

Das BRIEF ist ein Fragebogenverfahren zur Erfassung exekutiver Funktionsbeeinträchtigungen. Es liegt in drei Versionen vor: zur Beurteilung durch Eltern, durch Lehrer und zur Selbstbeurteilung. Die Beurteilungen erfassen fast 100 Fragen. Es werden zwei Hauptindizes gebildet: ein Verhaltensregulations- Index aus den Skalen Hemmen, Umstellen und emotionale Kontrolle sowie ein Kognitiver Regulations-Index aus den Skalen Initiative, Arbeitsgedächtnis, Planen/ Strukturieren, Ordnen/Organisieren und Überprüfen. Dieser Test ist sinnvoll bei emotional/sozialen Auffälligkeiten.

FEW: Test zur visuellen Wahrnehmung

Der FEW-2 ist die deutsche Bearbeitung des Developmental Test of Visual Perception 2 (DTVP-2). Der FEW-2 steht in der Tradition des Frostigs Entwicklungstests der visuellen Wahrnehmung. Der Test ermöglicht eine differenzierte Beurteilung der kindlichen Entwicklung zur visuellen Wahrnehmung.

VLMT: Verbaler Lern- und Merkfähigktest

Mit dem VLMT können unterschiedliche Parameter des Verbalgedächtnisses wie z.B. die Lernleistung, die langfristige Abrufleistung und die Wiedererkennungsleistung erfasst werden.


Stand: 09.03.2021

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